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Bier und Blumen machen Bamberg unverkennbar: Die Gärtnerstadt ist „Immaterielles Kulturerbe“

Wenn man sagt, die fränkische Stadt Bamberg sei ein „Gesamtkunstwerk“, dann hat der Betrachter nicht nur das „Inselrathaus“ inmitten der Regnitz als Wahrzeichen im Auge, sondern kennt auch die Gartenstadt und die allgegenwärtigen Brauereien.


Autor: Werner Menzel
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Die Altstadt von Bamberg. Foto: werner-menzel.de

Es ist ein ganz besonderer Glücksfall der Geschichte, dass Bamberg alle Kriege nahezu unbeschadet überstanden hat. Das Gesamtensemble steht als 13. Denkmal in Deutschland seit 1993 auf der UNESCO-Liste der Welterbestätten. Die „Altstadt von Bamberg“ repräsentiert modellhaft die auf einer frühmittelalterlichen Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das Welterbe an sich umfasst Teile der drei Siedlungszentren Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt, die jeweils im Hinblick auf Bebauungsart, Nutzung und Charakteristik sehr unterschiedlich sind und, noch heute gut erkennbar, auf eine frühmittelalterliche Basis zurückgehen.

Sehenswerte Altstadt der Gartenstadt Bamberg. Foto: werner-menzel.de
Sehenswerte Altstadt der Gartenstadt Bamberg. Foto: werner-menzel.de

Erwerbsgartenbau in der Stadt

Einzigartig und Grund für die Aufnahme ins Verzeichnis der „Immateriellen Kulturerbestätten“ ist der heute noch in Teilen erhaltene innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg. In der Gartenstadt befinden sich noch viele Gärtnereibetriebe, die von der Hauptstraße aus durch Toreinfahrten erreichbar sind. Hinter den Häusern liegen schlauchförmig die Anbauflächen. Diese sind essentieller Bestandteil und machen einen Teil des Weltkulturerbes Bamberg aus. Der historische Stadtbereich Bambergs bildet mit 444 Hektar eines der größten geschützten Stadtdenkmäler. Davon beinhaltet die als UNESCO-Weltkulturerbe deklarierte „Altstadt von Bamberg“ 142 Hektar. Innerhalb dieses Ensembles sind über 1.300 Gebäude als Einzelbaudenkmäler geschützt.

Bamberg ist als Gärtnerstadt bekannt. Foto: werner-menzel.de
Bamberg ist als Gärtnerstadt bekannt. Foto: werner-menzel.de
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Rauchbier und Süßholz

Beim Spaziergang durch die Altstadt kommen wir an einem ganz besonderen Duft nicht vorbei: Das Bamberger Rauchbier aus einer der noch bestehenden 15 Brauereien lädt ein, diesen etwas speziellen Saft zu kosten. Kenner behaupten, das wahre Geschmackserlebnis entfalte sich erst nach dem zweiten oder dritten Glas. Wer das testen will, wird im „Schlenkerla“, einem historischen Brauereiausschank in der Dominikanerstraße gut versorgt. Die süße Geschichte der Stadt ist aber auch unmittelbar mit Lakritz verbunden: Bamberg gilt als das älteste deutsche Anbaugebiet für Süßholz. Schon im Mittelalter kultivierten die Bamberger Gärtner auf den sandigen Böden des Regnitztales die begehrte Droge mit den meterlangen Wurzeln. Die Geschichte dazu erfahren Besucher besonders sachkundig bei einer Wanderung mit dem Bamberger Geschichtenerzähler Erik Berkenkamp.

Erik Berkenkamp ist Stadtführer in Bamberg, Foto: werner-menzel.de
Der Bamberger Geschichtenerzähler Erik Berkenkamp. Foto: werner-menzel.de
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Buger Spitze. Foto: werner-menzel.de

Wanderpause „auf dem Keller“

Nachdem wir auch den Bamberger Dom mit dem Bamberger Reiter und am Abend die Restaurationszeile am romantischen „Klein Venedig“ erlebt haben, geht es heute hinaus ins Bamberger Umland: Der Sieben-Flüsse-Wanderweg lockt dabei ebenso, wie der Bürgerpark Bamberger Hain und die Bugspitze mit dem Sperrtor, das bis heute die Altstadt vor Hochwasser schützt. Hier werden die Wassermassen über das Bamberger Wehr durch den zum Main-Donau-Kanal ausgebauten rechten Regnitzarm geleitet. Ebenfalls sehenswert im weiteren Verlauf des Wanderweges ist in Pettstadt die barocke Pfarrkirche Mariä Geburt. Sie wurde 1754 erbaut und ist heute beliebtes Ausflugsziel der Bamberger, bevor es „auf den Keller“ geht. Diese Bezeichnung resultiert aus der Lage der Biergärten außerhalb des Ortes. Die Keller der ansässigen Brauereien befanden sich alle unterirdisch im kühlen Berg, während der Ausschank darüber (also „auf dem Keller“) im Wald angelegt war.

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Claudia Bauer von „Zimmers Obstgarten“. Foto: werner-menzel.de
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„Bamberger Hörnla“ und andere Stärkungen

Wer nach all diesen Eindrücken eine gemütliche Unterkunft inmitten eines traditionellen Bamberger Gärtnerbetriebes sucht, ist bei Claudia Bauer in „Zimmers Obstgarten“ gut aufgehoben. Mitten im Wohngebiet am Hohen Kreuz werden Besucher von gackernden Hühnern und Gänsen begrüßt. Eine Ferienwohnung für die ganze Familie und gleichzeitig eine breite Palette erntefrische Produkte kommen hier zusammen. Darunter übrigens auch Raritäten alter, lokaler Sorten, wie z. B. die bekannte Feinschmecker-Kartoffel „Bamberger Hörnla“. Frische Lebensmittel aus der Region, kurze Transportwege und Nachhaltigkeit sind Ideale, nach denen viele Menschen leben wollen und in Bamberg recht gut realisieren können. Am Abend auf der Terrasse der Ferienwohnung erzählt Claudia Bauer, die früher als Lehrerin gearbeitet hat und heute den Betrieb gemeinsam mit Tochter Sabine und vier weiteren Kindern führt: „Das Leben mit der Natur entschädigt für die harte Arbeit!“ Dabei gleitet unser Blick über die Obstbäume und Beete am Hang bis über den Münchner Ring und vervollständigt das Bild vom Naturidyll mitten in der Stadt.

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Wasserspaß in der Regnitz. Foto: werner-menzel.de

Weitere Informationen:

www.bamberg.info (Tourismus und Kongress-Service)
www.zimmers-obstgarten.de (Gärtnerei und FEWO)
www.schlenkerla.de (Historische Rauchbierbrauerei)
www.BamBerk.de (Geschichtenerzähler Erik Berkenkamp)

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